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Patienteninformation zur
Corona-Impfung

Stand 11.01.2021

Seit wenigen Wochen sind die ersten Impfstoffe der Firmen BioNTech und Moderna zur Impfung gegen SARS-CoV-2 (auch als „Corona“ oder „COVID-19“ bekannt) zugelassen. Da wir zur Zeit häufig dieselben Fragen gestellt bekommen hier einige allgemeine Informationen zur Impfung.

Was ist ein RNA-Impfstoff?

RNA (Ribonukleinsäure) ist ein Bauplan für ein Protein. Sie ist nicht Teil der DNA (Desoxy-Ribonukleinsäure, also unseres Genoms) sondern in menschlichen Zellen nur die Abschrift eines umschriebenen Teils der DNA. Bei einem RNA-Impfstoff werden kleine Teile der Bauanleitung (RNA) des Erregers beispielsweise in Micro-Fetttröpfchen verpackt und in den Körper injiziert. Auf diesem Konzept beruht der erste zugelassene Impfstoff gegen SARS-CoV-2 in Deutschland (BioNTech). Die RNA enthält Informationen (Baupläne) von Proteinen des Coronavirus (Spikeprotein) die für die Infektion gebraucht werden. Die menschlichen Zellen produzieren dann diese Proteinstrukturen des Virus und geben sie nach außen ab. Diese werden dann vom Immunsystem erkannt und eine Immunität hergestellt. RNA dringt auch bei vielen viralen Infekten (z.B. Grippevirus) in Zellen des Körpers ein, mit der Folge, dass dann große Proteine des Virus hergestellt werden. Somit ist der o.g. Ablauf für den Körper nicht neu. Die genannte RNA-Technologie wird von den Firmen BioNTech und Moderna bereits seit Jahren mit guter Verträglichkeit in der Krebstherapie eingesetzt.

PhD Martin Moder, österreichischer Molekularbiologe, erklärt die Wirkweise und potentiellen Risiken der mRNA-Impfstoffe gegen COVID19. (Video des Robert-Koch-Instituts)

Wie oft muss ich geimpft werden?

Es sind 2 Impfungen im Abstand von etwa 3 Wochen (BioNTech) bis 4 Wochen (Moderna) empfohlen.

Was sind Nebenwirkungen der Impfung?

Bei dem Impfstoff der Firma BioNTech wurde den Zulassungsbehörden eine Studie mit fast 22.000 geimpften Probanden versus ebenfalls 22.000 mit Plazebo behandelten Probanden vorgelegt. Die Nachbeobachtung betrug 4 Monate. Etwa 80% der mit Wirkstoff behandelten Probanden hatten an der Einstichstelle Schmerzen. 5% hatten eine leichte lokale Rötung oder Schwellung. Weitere durch den Wirkstoff bedingte Nebenwirkungen waren Fieber bis 38,5° C. (4% bei der ersten Impfung, 15% bei der zweiten Impfung). Bei der zweiten Impfung hatten 0,7% der Probanden Fieber bis 40°C. Weitere vorübergehende Nebenwirkungen: Abgeschlagenheit 30%, Kopfschmerzen 10%, Kältegefühl 15%, Muskelschmerzen 20%. Fiebersenkende Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol dürfen nach der Impfung eingenommen werden.
Bei dem Impfstoff der Firma Moderna wurden 15.181 Probanden mit dem Wirkstoff behandelt. Die Nebenwirkungen sind etwa vergleichbar mit denen von BioNTech mit ähnlicher Effektivität.

Kann die Impfung bei einer Multiplen Sklerose durchgeführt werden?

Prinzipiell ja. Bisher gibt es keine Hinweise, dass die Impfung nicht bei Autoimmunerkrankungen durchgeführt werden kann. Der Impfstoff kann in die bisherigen Kategorien Tot-Impfstoff oder Lebend-Impfstoff nicht eingeordnet werden. Virale Infekte (Grippe) können auch Schübe auslösen. Vermutlich ist die schubauslösende Wirkung einer Impfung geringer als die einer Infektion.
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie äußert sich wie folgt:
„Grundsätzlich stellt die Diagnose MS keine Kontraindikation gegen Impfungen im Allgemeinen sowie auch gegen die Impfung gegen SARS-CoV-2 dar, die Betroffenen sollten also gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts geimpft werden. Bei Patienten unter Immuntherapie sind jedoch laut Stellungnahme verschiedene Aspekte zu beachten. Die neuen Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Die mRNA wird nur von wenigen Körperzellen aufgenommen, die in Folge Proteine produzieren, die das Immunsystem aktivieren. Im Gegensatz zur Lebendimpfung werden bei diesen zunächst zugelassenen Impfstoffen keine vermehrungsfähigen Krankheitserreger verabreicht. Das neuartige mRNA-Impfprinzip wird daher von den Experten konzeptuell den Totimpfstoffen zugeordnet.“

Wie stark ist die Wirkung der Impfung?

In der Zulassungsstudie war die Infektionsquote mit COVID 19 nach der Impfung um 95% niedriger als bei den mit Placebo behandelten Probanden. Die Wirkung setzte allerdings erst 2-3 Wochen nach der ersten Impfung ein.

Ist bei einer MS-Therapie die Impfungen möglich?

Nach den bisherigen Erkenntnissen ist bei allen MS-Therapeutika eine Impfung möglich. Noch nicht geklärt ist, ob insbesondere bei den Antikörpern gegen B-Lymphozyten oder Lymphozyten-reduzierenden Medikamenten (Ocrelizumab, Fingolimod, Cladribin) schon nach zwei Impfungen eine ausreichende Wirkung vorhanden ist. Gegebenenfalls muss hier eine dritte Impfung erfolgen.

Wie komme ich an eine Impfung?

Da nicht alle von Anfang an geimpft werden können, wird von Seiten der Gesundheitsämter priorisiert. Zuerst werden die Risikogruppen geimpft. Wann Sie genau geimpft werden können, erfahren Sie am besten aus der Presse. Eine Aufforderung zur Impfung wird nicht erfolgen.
Zur Impfung anmelden können Sie sich wie folgt:
Telefonisch über die 116117 (häufig überlastet) oder im auch im Internet über www.116117.de oder www.impfterminservice.de.

PRESSEMITTEILUNG
KKNMS

Stellungnahme des Kompetenznetzes Multiple Sklerose KKNMS zu Impfungen einschließlich gegen SARS-CoV-2 (auch unter Corona oder COVID-19 bekannt)
bei MS-Betroffenen.

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